Fragen & Antworten
Fragen & Antworten
![]() |
Auf dieser Seite stellen wir Fragen, die wir immer wieder von ratsuchenden Eltern hören. Selbstverständlich liefern wir auch die Antworten dazu. Diese Liste wird immer wieder ergänzt. Falls Sie selbst ähnliche Fragen zum Thema Kindersicherheit im Auto haben, sagen Sie es uns. Verwenden Sie dafür unser Kontakt-Formular. Bei allgemeinem Interesse antworten wir auf dieser Seite, ganz spezielle Themen beantworten wir Ihnen direkt. |
- Welcher ist nun der beste Kindersitz?
Den "besten Kindersitz" gibt es nicht. Selbst ein sehr gutes Produkt bietet in verschiedenen Unfallsituationen nicht die gleiche Leistung. Für Ihr Kind ist jener Sitz der beste, der die europäische Norm ECE 44 in der jeweils aktuellen Version erfüllt, für das Gewicht Ihres Kindes zugelassen ist, in Ihrem Auto optimal zu montieren ist, in dem sich Ihr Kind wohl fühlt und der vor allem korrekt und konsequent bei jeder Fahrt verwendet wird.
- Wo im Auto ist der sicherste Platz für mein Kind?
Grundsätzlich in der zweiten Sitzreihe, wenn möglich hinten in der Mitte. Warum? Dort ist Ihr Kind von allen Kollisionspunkten soweit wie möglich entfernt. Nächstbeste Sitzposition ist die rechte Fahrzeugseite, weil das Aussteigen zum rechten Fahrbahnrand für das Kind sicherer ist.
Aber ACHTUNG:
1) Viele Fahrzeuge haben in der Mitte nur einen Zweipunktgurt (Beckengurt). Mit diesem Gurtsystem dürfen nicht alle Kindersitze befestigt werden.
2) In neuen Fahrzeugen sind Isofix-Halterungen zumeist nur auf den äußeren Sitzplätzen der zweiten Sitzreihe verfügbar. In wenigen Fahrzeugen wird auch in der Mitte eine Isofix-Halterung angeboten.
- Darf ich mein Kind auch auf dem Beifahrersitz transportieren?
Bei aktivem Beifahrerairbag ist die Verwendung von gegen die Fahrtrichtung gerichteten Sitzen ("Reboard-Systemen") auf dem Beifahrersitz absolut verboten.
Gemäß österreichischem Kraftfahrgesetz darf man Kinder jeden Alters auf dem Beifahrersitz mitnehmen - vorausgesetzt, die Kinder sind ihrer Größe und ihrem Gewicht entsprechend gesichert.
Befindet sich allerdings vor dem Beifahrersitz ein aktiver (funktionsbereiter) Front-Airbag, ist die Verwendung von gegen die Fahrtrichtung montierten Kindersitzen strikt verboten!
Auch für Kinder in vorwärts gerichteten Kindersitzen kann der Beifahrerairbag gefährlich werden. Beachten Sie hier bitte immer die Empfehlungen in der Bedienungsanleitung des verwendeten Kindersitzes und/oder des Fahrzeugs.
Moderne Fahrzeuge bieten mittlerweile verschiedene Arten der Airbag-Deaktivierung an.
- Mein Kind wehrt sich fast immer gegen das Anschnallen. Was soll ich tun?
Keinesfalls ohne Kindersicherung fahren! Zumeist ist das Anschnallen eine Frage konsequenter Erziehung. Auch das Zähneputzen löst bei den wenigsten Kinder wahre Freude aus - und trotzdem muss es sein. Ganz wichtig ist auch das positive Vorbild der Erwachsenen.
Größeren Kindern kann man die Gefahren beim Autofahren schon plausibel erklären. Eine kurze Notbremsung (aus ganz geringer Geschwindigkeit, auf einem leeren Parkplatz) zeigt den Kindern, welch große Kräfte hier auf jeden Körper wirken. Auch ein Vergleich mit der Sprunghöhe hilft Kindern die Gefahr zu begreifen. 50 km/h Anprallgeschwindigkeit entsprechen 10 Metern (3. Stock) Fallhöhe.Kleinere Kinder können die Gefahr nicht erkennen (viele Erwachsene leider auch nicht). Hier helfen nur Konsequenz und viel Geduld oder auch kleine Tricks. Vielleicht muss auch das Kuscheltier oder die Puppe angeschnallt werden.
Manchmal hat die Verweigerung aber nichts mit Trotz, sondern mit Angst zu tun. Kinder, die schon einmal im Auto schlafend zurückgelassen wurden und dann allein aufgewacht sind, haben verständlicherweise Angst davor, wieder in den Kindersitz zu klettern. In seltenen Fällen wird Kindern beim Autofahren aus verschiedenen Gründen (z.B. schlechte Raumluft, Überheizung) übel.
Weite Strecken sind für kleine Kinder zumeist eine Tortur. Vergessen Sie bitte nicht, dass Ihr Kind in einer Sitzschale oft weniger Bewegungsfreiheit hat als Sie mit dem Dreipunktgurt. Daher entweder auf die lange Autofahrt verzichten oder ausreichend Pausen machen.
- Mein Kind ist behindert. Obwohl schon sechs Jahre alt, ist es sehr leicht, kann nicht aufrecht sitzen und versucht oft, sich aus dem Kindersitz zu befreien. Was kann ich tun?
Viele herkömmliche Kinderschutzsysteme sind durchaus auch für körperlich oder geistig behinderte Kinder verwendbar. Es gibt einige Funktionen (wie Gurtklemmen oder seitliche Stützen), die hier vorteilhaft sind. Wichtig ist die Beratung bei der Auswahl des richtigen Systems.
Dieses Thema ist uns besonders wichtig, da es hierzu kaum Informationen gibt. Wir arbeiten derzeit daran, mehr Informationen zusammenzutragen und sind auch für Tipps von betroffenen Eltern dankbar.
- Warum müssen auch noch größere Kinder Sitzerhöhungen verwenden?
Ein Sitzkissen gleicht die fehlende Körpergröße eines Kindes aus. Somit werden sowohl der Schulter- als auch der Beckengurt über die richtigen Körperpartien geführt.
Sitzt ein Kind mit dem Erwachsenen-Dreipunktgurt gesichert auf der Sitzbank, kann es bei einem Unfall zu schweren und gänzlich unnötigen Verletzungen kommen. Der Schultergurt liegt dann zu nahe am Hals und kann Schnitt- oder Druckverletzungen verursachen. Der Beckengurt kann leicht in den weichen Unterbauch abgleiten. Im Falle eines Unfalls ist das Risiko lebensbedrohlicher innerer Verletzungen sehr hoch. - Immer wieder liest und hört man von der Fehlbedienung von Kindersitzen. Was kann man denn da falsch machen?
Der häufigste Fehler besteht darin, dass die Kinderrückhaltesysteme zu wenig straff mit dem Fahrzeug verbunden sind. Einbau-Anleitungen werden nicht gelesen, die Kindersitze daher nicht korrekt befestigt.
Eine Untersuchung des Verkehrstechnischen Institutes beim Gesamtverband der deutschen Versicherer zeigte: Rund 60 Prozent aller Kinder, die im Auto mit Kindersitz befördert wurden, waren nicht richtig gesichert.
Gefährliche Konsequenz im Falle einer Kollision: Die Schutzwirkung des Kindersitzes ist nur sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr gegeben - das Kind erleidet darin schwere oder gar tödliche Verletzungen
- Wie lange hält ein Kindersitz?
Das hängt sehr stark vom Modell ab. Manche Hersteller - vor allem jene von Kombinationssitzen - bieten Modelle an, die grundsätzlich 9 bis 12 Jahre verwendet werden können. Es stellen sich hier allerdings zwei wesentliche Fragen:
Wie lange hält ein Kindersitz die Benützung aus (Verschleiß an Bezug, Gurtzeug etc. und Materialalterung z.B. durch UV-Bestrahlung)?
Nach wieviel Jahren Benutzung ist ein Kinderrückhaltesystem technisch so veraltet, dass es nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht?Geht man von der Verwendungsdauer für ein Kind aus, so kann man folgende "Lebenszyklen" annehmen:
ECE-Gruppe def. Einsatzbereich nach Körpergewicht realist. Verwendungszeitraum Verwendungsdauer 0 Geburt bis 10 kg 6 - 8 Monate 8 Monate 0+ Geburt bis 13 kg 12 - 15 Monate 1 1/4 Jahre 1 9 bis 18 kg 9 Monate bis 3 1/2 Jahre 2 3/4 Jahre 2/3 15 bis 36 kg und mehr 3 - 12 Jahre bzw. bis 1,5 Meter Körpergröße 9 Jahre - Meine Tochter ist jetzt sechs Monate alt, ihre Füße stehen schon aus der Babyliegeschale heraus. Ab wann kann sie in den nächstgrößeren Kindersitz wechseln?
Bitte wechseln Sie erst so spät wie möglich zur nächsten Größe. Der Transport gegen die Fahrtrichtung ist mit Abstand die sicherste Methode, ein Kind vor einem Frontalaufprall zu schützen. Gerade beim Kleinkind macht einerseits das Gewicht (Masse) des Kopfes fast ein Viertel des Gesamtgewichts aus, andererseits ist die Stützmuskulatur (Halswirbelsäule) noch zu schwach, um die immensen Kräfte bei einer Frontalkollision auszuhalten.
Man bedenke: Bei 50 km/h Aufprallgeschwindigkeit wirken auf jeden Teil des Körpers Kräfte, die mindestens dem 30-fachen Normalgewicht entsprechen. Ein Babykopf mit 2 kg wird dann mit einer Kraft von 60 kg abrupt nach vorne gerissen. Das Risiko schwerer oder gar tödlicher Verletzungen ist groß.
- Mein Kind ist 9 Jahre alt und wiegt knapp über 36 kg. Das Sitzkissen, das wir verwenden, ist aber nur bis 36 kg geprüft. Dürfen wir das Sitzkissen noch weiter verwenden?
Wenn Ihr Kind mit seiner Größe (Breite, Höhe) noch im System Platz hat, sollten Sie dieses Sitzkissen auch weiterhin verwenden. Das Prüfgewicht von 36 kg kann nach unserer Einschätzung (und auch gemäß offizieller Meinung der meisten Markenhersteller) problemlos überschritten werden. Das Sitzkissen selbst hat schließlich keine Rückhaltefunktion, sondern dient lediglich der Größenanpassung an den Erwachsenengurt.
Die Gewichtsgrenzen der Norm wurden in den 60er Jahren festgelegt. Mittlerweile ist die Bevölkerung tendenziell größer und damit auch schwerer geworden. Nicht mehr geeignet wäre das Sitzkissen dann, wenn Ihr Kind absolut keinen Platz mehr darin findet.
Bei Unklarheiten können Sie auch beim Hersteller des von Ihnen verwendeten Rückhaltesystems nachfragen.
- Ich bin im achten Monat und somit schon ziemlich
Auf jeden Fall weiterhin den Gurt korrekt benutzen. Der Gurt ist auch der einzige Schutz für das ungeborene Baby. Der Beckengurt muss unterhalb des Bauches, idealerweise auf den Ansätzen der Oberschenkel zu liegen kommen. Auf das Lenken eines Autos sollten Sie in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten nach Möglichkeit verzichten.
